XP und Psyche
|
||
|
Ehrlich gesagt, geht es mir jetzt im Moment grade gar nicht gut. In diesem Bericht möchte ich versuchen, die psychische Seite und einige damit verbundenen Erlebnisse von Markus und der Krankheit XP aufzugreifen und zu erzählen . Nur - über die Psyche zu sprechen ist nicht leicht. Die Wenigsten geben freiwillig und offen zu, sich mit Psychologie zu beschäftigen. Ich merke grade ein deutliches Magendrücken und ein ganz leises dahinschleichendes Gefühl der Übelkeit macht sich in mir breit. Warum? Weil ich jetzt in aller Öffentlichkeit zugeben werde, dass ich mich mit alternativen Heilmethoden befasst habe und nach anderen Ursachen gesucht habe, die mit der Entstehung von XP in Verbindung stehen könnten. Warum ich Angst davor habe, das zuzugeben? Weil ich weiß, dass viele glauben, dass man spinnt, wenn man sich mit solchen Dingen beschäftigt. Weil diese Denkweise unheimlich ist. Aber ich habe durch diese alternativen Heilmethoden eines gelernt: Ängste müssen überwunden werden und deshalb wage ich es hier, zum ersten mal nach Jahren, öffentlich zu reden. Angefangen hat alles im Oktober 1998, nachdem Markus mit 3 Jahren in den Kindergarten kam. Seine Kindergärtnerin hatte sich durch ihre Arbeit mit den Kindern schon intensiv mit Homöopathie, Kinesiologie, und Psychotherapie auseinander gesetzt und immer wieder versucht unser Gespräch darauf zu lenken. Ich war sehr, sehr mißtrauisch und doch weckte Das praktische Leben mit dieser Krankheit hatten wir ja super in den Griff bekommen.(Nachzulesen unter „Profil Markus„), alle diversen Schutzmöglichkeiten genial ausgereizt und verwirklicht. Und doch blieb in mir diese gewisse Unruhe…. Hinzu kam, dass Markus fast von Geburt an eine dann bald chronische Mittelohrentzündung entwickelt hatte und ich ihn viel zu häufig mit Antibiotika behandeln mußte, (um nicht zu sagen – ich „fütterte„ ihn geradezu damit!) was, wie wir alle wissen, nicht besonders gesund ist. Intuitiv wechselte ich nun zu einem Kinderarzt, der mit Homöopathie arbeitet. Nach einer ausführlichen Anamnese verordnete er Markus ein homöopathisches Mittel und die Mittelohrentzündung löste sich überraschend schnell auf. Das gab mir Hoffnung. An dieser Stelle möchte ich unbedingt erwähnen, dass Markus seither (er ist heute 15 Jahre alt) kein Antibiotikum mehr einnehmen mußte. Langsam entstand ein Netzwerk, das mich innerhalb des nächsten Jahres dabei unterstützte, Schritt für Schritt in ein völlig neues Denken einzusteigen: Plötzlich veränderte sich ein Pigmentflecken bei Markus. Voller Entsetzen stellte ich fest, dass sich an seiner Lippe ein Fleck „erhob„ und zum Wuchern anfing. Panik pur!! Ich eilte mit ihm zum Hautarzt. Dieser sah sich die Wucherung lange an und stellte dann die Diagnose. Tumor – OP – und zwar schnell. Wir machten gleich zwei Tage später einen OP Termin. Mit Tränen in den Augen fuhr ich nach Hause. Die Tränen begleiteten mich dann durch die ganze Nacht. Von Schlafen war keine Rede mehr. Die Operation rückte näher und meine Nerven lagen blank. Für mich war dieses „Wunder„ nicht greifbar. ... und doch passiert. Dieses „Wunder„ brachte mich dazu, weiter zu suchen und ich erkannte, dass es noch andere Zusammenhänge geben mußte, die mir die Ärzte nicht erklären konnten, deren Wirkung aber nicht wegzuleugnen war. Hing dies vielleicht doch mit der Psyche zusammen – was immer das Wort Psyche heißen mochte? Wieso verschwanden Flecken und Neue entstanden wieder? Gab es einen Zusammenhang? Konnte die Psyche die Krankheit beeinflussen, oder war das alles nur ein dummer Zufall? Wieso gab es dann überhaupt Krankheiten und wieso konnten diese dann nicht einfach wieder verschwinden? Wieso sterben Leute an Krankheiten und andere werden wieder gesund?
Also auch die Abgrenzung eines Menschen von der Außenwelt und die persönlichen Grenzen. Und ausgerechnet da war mein Markus so krank. Warum? Hatte ich was falsch gemacht? Alles was ich da über Haut las, hatte mit der Psyche was zu tun. Ich geriet in Stress und war völlig aus dem Häuschen. Zuerst bombardierte ich wieder meine Kindergärtnerin mit Fragen. Doch auch sie war bald mit ihrem Latein am Ende und verwies mich nun an die nächste und vorerst letzte Stelle unseres Netzwerks weiter: Es war die Psychotherapeutin, mit der sie schon länger zusammenarbeitete. Ein Zufall ist das, was einem zufällt. Es liegt an der Deutung, wie man mit dem umgeht, was einem zufällt. Wenn man XP als Feind betrachtet, wird man es bekämpfen wollen. Wenn man XP als unüberwindbaren Schlag versteht, gegen den man nie eine Chance hat, wird man in Hoffnungslosigkeit ertrinken. Wenn man XP aber als Botschafter betrachtet, wird man es verstehen wollen. Symptome sind Hinweise auf Lernaufgaben, also, so finde ich, ist es doch sinnvoller sie nicht einfach zu bekämpfen, sondern erst mal verstehen, was sie einem sagen wollen. Ich gebe zu, dass ich am Anfang ALLEN!! erstmal einen Vogel gezeigt hab. Wie soll man XP verstehen können? Was sollte das? Gemeinsam aber suchten wir nach Erklärungen und es wurde sogar richtig spannend und interessant... |
||
XP- Freu(n)de (C) 2006 - Alle Rechte vorhehalten |
||