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Tipp: Klettern

KLETTERN IN DER HALLE

Ich finde, es ist ganz wichtig bei XP-Patienten darauf zu achten, dass die Psyche immer wieder bewußt und gezielt gestärkt wird. XP Patienten entwickeln durch diese Krankheit viele Ängste.
Bei Markus ist zu beobachten, dass er vor allem wegen seines Outfits Angst hat, bei neuen, außerhäuslichen Aktivitäten ausgelacht bzw. angestarrt zu werden. Diese Angst sitzt bereits so tief, dass Markus immer wieder versucht, neuen Aktivitäten im Freien gezielt aus dem Weg zu gehen. Darum ist es für ihn sehr wichtig, sein Selbstvertrauen permanent zu stärken.



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Wand loslassen und Gleichgewicht halten 



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Wie es der „Zufall„ wollte (es gibt ja keine Zufälle, sondern es fällt uns zu!), „fiel„ mir das Programmheft des Alpenvereins „zu„. „Klettern in der Halle„, stand da geschrieben und nachdem Markus gleich begeistert von der Idee war, mitzuklettern, meldete ich ihn Ruck-Zuck an. Mit freudiger Erwartung sind wir dann zur Halle gefahren.
Schon beim Reingehen waren wir von den riesigen Kletterwänden überwältigt.
Freundlich wurden wir vom „Kletter„-Trainer begrüßt und schon wurde Markus eingekleidet. Er bekam Kletterschuhe und einen Sitzgurt angelegt. Aufgeregt verfolgte er die Einweisung des Trainers in die Kletter-Regeln und dann gings los. An seinem Sitzgurt wurde ein Seil befestigt und durch den Trainer wurde er mit diesem Seil von unten dann gesichert. Zuerst durfte Markus nur ca. 3 Meter nach oben kraxeln. Dann mußte er die Wand auslassen und sich fest in seinen Sitzgurt setzen. Mit seinen Beinen an der Wand abstoßend ließ ihn der Trainer langsam wieder runter. Das war gar nicht leicht. Zuerst klammerte sich Markus an die Wand und ließ diese ganz und gar nicht los. Der Trainer ermunterte ihn immer wieder: „Halte dich nur am Seil fest und lehne dich „beruhigt„ nach hinten in den Sitzgurt. Dann die Beine in Bauchhöhe an die Wand stellen – und jetzt wie ein Pendel von der Wand abstoßen. Keine Angst Markus – Du bist absolut in Sicherheit, Dir kann nix passieren! Der Sitzgurt hält Dich,
das Seil hält den Sitzgurt und ich sichere das Seil ! Einer vertraut hier dem andren!„ Nach einer Weile ließ er tatsächlich los und pendelte langsam nach unten. Ganz stolz stand mein Markus da und schon stürmte er wieder zur Wand. Diesmal durfte er soweit nach oben klettern, wie er sich zutraute bzw. wollte. Markus kletterte bis zum „Gipfel„! Sehr vorsichtig zwar, aber nicht mehr ganz so ängstlich setzte er sich dann in seinen Gurt und kam unversehrt wieder unten an. Gleich nochmal – und nochmal...



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Ohne Worte 



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Wie ich da so stand und meinem Markus sehr interessiert beim Kraxeln zusah, gingen mir sehr viele Gedanken durch den Kopf.
Mir wurde bewußt, wie wertvoll diese Sportart, meiner Meinung nach, grade für Markus und evtl. den XP-Patienten doch ist, bzw. sein könnte:

Lernen, ein „greifbares„ Ziel (Gipfel) zu erreichen
Lernen, anderen (u.a. dem Trainer) vollstes Vertrauen zu schenken
Lernen, sich voll zu konzentrieren
Lernen, das (Lebens-)Gleichgewicht zu er-halten
Lernen, Ängste zu überwinden
Lernen, sich seine Kräfte einzuteilen
Lernen, durch Ehrgeiz und „an sich Glauben„ bis oben hin durchzuhalten



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Immer konzentriert 



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Dazu kommt, dass bei dieser Sportart primär die Finger, Oberarme und Füße sowie die Oberschenkel voll beansprucht zum Einsatz kommen.

Psychisch gesehen bedeuten:

- Finger: Die Welt in den Griff bekommen, begreifen und Fingerfertigkeit.
Oberarme: Kraft, Stärke, Macht; die persönlichen Armeen, und Durchhaltevermögen –
Füße: Verständnis, Standhaftigkeit, Standfestigkeit, Verwurzelung
Oberschenkel: Kraft des Fortschritts und Aufstiegs, Vorwärtskommen

...und werden beim Klettern vorrangig trainiert...



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Das Ziel erreicht 



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Ich finde, mit diesem Sport könnten gerade Menschen mit XP wieder, bildlich gesehen, einen von vielen Mosaik-Steinchen zur Stärkung der Psyche dazu gewinnen. Wieder etwas mehr Selbstvertrauen und Selbstwertgefühl erlangen.

Übrigens, beim nächsten Klettern melde ich mich auch mit an... Mal sehen, wie`s mit meinen Ängsten aussieht...! ;-)

Moni



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